{"id":5679,"date":"2019-07-23T12:44:36","date_gmt":"2019-07-23T10:44:36","guid":{"rendered":"https:\/\/oldsite-wie.no-borders.studio\/?p=5679"},"modified":"2019-08-13T13:47:31","modified_gmt":"2019-08-13T11:47:31","slug":"desolate-situation-nach-ungeklaertem-toetungsdelikt-in-fluechtlingsunterkunft-wir-wollen-einfach-nur-weg-von-hier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/oldsite-wie.no-borders.studio\/en\/desolate-situation-nach-ungeklaertem-toetungsdelikt-in-fluechtlingsunterkunft-wir-wollen-einfach-nur-weg-von-hier\/","title":{"rendered":"PM Desolate Situation nach ungekl\u00e4rtem T\u00f6tungsdelikt in Fl\u00fcchtlingsunterkunft: \u201eWir wollen einfach nur weg von hier\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Potsdam, 23. Juli 2019<br> Gemeinsame Pressemitteilung <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Nach T\u00f6tungsdelikt in Hohenleipisch fordern Fl\u00fcchtlinge ihren Auszug aus der Unterkunft Desolate Unterbringungssituation in Hohenleipisch steht seit Jahren in der Kritik Women in Exile und Fl\u00fcchtlingsrat fordern: Die Fl\u00fcchtlingsunterkunft mitten im Wald muss unverz\u00fcglich geschlossen werden!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Nach einem noch ungekl\u00e4rten T\u00f6tungsdelikt in Hohenleipisch wenden sich Fl\u00fcchtlinge heute mit einem Offenen Brief an die \u00d6ffentlichkeit und die zust\u00e4ndigen Beh\u00f6rden. Sie fordern ihren sofortigen Auszug aus der extrem isolierten Unterkunft in Hohenleipisch, in der die junge Mutter Rita O. bis zu ihrem Tod gelebt hatte. Ihre sterblichen \u00dcberreste waren am 20. Juni, Monate nach ihrem Verschwinden am 7. April, gefunden worden, die z\u00f6gerliche Ermittlungsarbeit der Polizei steht in Kritik.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p><strong>Verbliebene Bewohner*innen fordern den Auszug aus der Unterkunft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Todesumst\u00e4nde sind nach wie vor nicht aufgekl\u00e4rt und so leben die Menschen in der  Unterkunft immer noch in Angst. Ihre Kinder lassen sie l\u00e4ngst nicht mehr allein zum Spielen nach drau\u00dfen. \u201eWir wollen, dass uns geholfen wird, von diesem schrecklichen Ort wegzuziehen. Keiner<br> von uns braucht riesige Wohnungen im Zentrum der Stadt. Wir wollen einfach nur weg von hier.<br> Wir brauchen eine menschenw\u00fcrdige Unterbringung.\u201c, schreiben sie in dem heute ver\u00f6ffentlichten <a href=\"https:\/\/oldsite-wie.no-borders.studio\/offener-brief-von-bewohnerinnen-der-fluechtlingsunterkunft-in-hohenleipisch\/\">Offenen Brief<\/a>. Der Fl\u00fcchtlingsrat unterst\u00fctzt diese Forderungen. \u201eDie Situation in der Sammelunterkunft in Hohenleipisch ist f\u00fcr die Bewohner*innen extrem belastend. Sie h\u00e4tte l\u00e4ngst geschlossen werden m\u00fcssen. Es zeugt von Zynismus und Unbelehrbarkeit, dass der Landkreis<br> auch jetzt noch an dieser Unterkunft im Nirgendwo festh\u00e4lt.\u201c sagte Mara Hasenj\u00fcrgen vom Fl\u00fcchtlingsrat Brandenburg. Solange Fl\u00fcchtlinge gezwungen sind, an diesem isolierten und vorbelasteten Ort zu leben, ist eine Trauerbew\u00e4ltigung und Erholung von den traumatischen Erlebnissen nicht m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Initiativen fordern seit Jahren Schlie\u00dfung der Unterkunft<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Unterkunft bei Hohenleipisch ist wegen ihrer extrem entlegenen Lage seit Jahren umstritten.<br> Durch die fehlende infrastrukturelle Anbindung ist sie nicht mit menschenrechtlichen  Verpflichtungen bei der Unterbringung vereinbar 1 . Der letzte Bus f\u00e4hrt um 17:30 Uhr, am Wochenende gibt es keinerlei Verkehrsanbindung. Der Gang zu Beh\u00f6rden, Sprachkursen, Freund<em>innen, Superm\u00e4rkten, Beratungsstellen oder Anw\u00e4lt<\/em>innen ist f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge besonders<br> aufw\u00e4ndig, eine Arbeitsaufnahme ist f\u00fcr dort lebende Menschen faktisch nicht m\u00f6glich. Seit vielen Jahren fordern Bewohner<em>innen und  Fl\u00fcchtlingsorganisationen die Schlie\u00dfung der Unterkunft 2 3 . &#8220;Der Mord an unserer Schwester Rita zeigt wieder einmal, wie gef\u00e4hrlich die Lager f\u00fcr gefl\u00fcchtete Frauen<\/em> sind. Das Lagersystem ist ein System der Gewalt, in dem T\u00e4ter damit rechnen k\u00f6nnen,  ungestraft davonzukommen&#8221;, so Elizabeth Ngari von Women in Exile, die sich seit 2002 f\u00fcr die Rechte von gefl\u00fcchteten Frauen* und Kindern in Brandenburg einsetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Verz\u00f6gerte Aufkl\u00e4rung des Todesfalls<\/p>\n\n\n\n<p>Erst sp\u00e4t ermittelte die Polizei in Richtung eines T\u00f6tungsdeliktes, obwohl die Familie von Anfang an Hinweise darauf gegeben hatte. Offenbar wurden ihre Hilfeersuchen und Hinweise nicht ernst genommen. Die verz\u00f6gerten Ermittlungen und der sp\u00e4te Fund ihrer sterblichen \u00dcberreste erschweren die Aufkl\u00e4rung der Umst\u00e4nde von Rita O.s Tod. &#8220;W\u00e4re Rita eine wei\u00dfe deutsche Frau gewesen, w\u00e4re das Versagen von Polizei und Beh\u00f6rden ein \u00f6ffentlicher Skandal. Wir kann es sein, dass es zwei Monate dauerte, bis ihre \u00dcberreste in der N\u00e4he des Lagers gefunden wurden, genau dort, wo die Polizei angeblich seit Wochen suchte? Die schleppende Aufkl\u00e4rung der Polizei und<br> mangelnde Informationsweitergabe durch die Beh\u00f6rden an die Bewohner*innen des Lagers in Hohenleipisch zeigen den institutionellen Rassismus, den wir seit so vielen Jahren anprangern&#8221;, so Elizabeth Ngari.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Women in Exile und der Fl\u00fcchtlingsrat Brandenburg unterst\u00fctzen die Forderung der Fl\u00fcchtlinge nach Auszug und einer menschenw\u00fcrdigen Unterbringung. Die Menschen in der Sammelunterkunft brauchen jetzt dringend Unterst\u00fctzung sowie einen sicheren Ort zum Leben. Sp\u00e4testens nach dem gewaltsamen Tod von Rita O. und der belastenden Erfahrungen ihrer Familienangeh\u00f6rigen und Nachbar*innen ist klar, dass die Situation vor Ort irreparabel ist und die Unterkunft sofort geschlossen werden muss.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Pressekontakt<\/strong>:<br> <strong>Fl\u00fcchtlingsrat Brandenburg<\/strong><br> Mara Hasenj\u00fcrgen: 01522 7310650<br> info@fluechtlingsrat-brandenburg.de<br><strong> Women in Exile<\/strong><br> Elizabeth Ngari: 01521 3070280<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:10px\">1.Policy Paper des Deutschen Instituts f\u00fcr Menschenrechte: \u201eMenschenrechtliche Verpflichtungen bei der Unterbringung von Fl\u00fcchtlingen. Empfehlungen an die L\u00e4nder, Kommunen und den Bund\u201c, Dezember 2014<br> 2. Pressemitteilung des Fl\u00fcchtlingsrat Brandenburg vom 18. M\u00e4rz 2011<br> 3.Offener Brief des Fl\u00fcchtlingsrat Brandenburg von 23. Januar 2015<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"\n<p>Potsdam, 23. 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