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Am 31.7. gegen 19 Uhr sind wir in Freiburg angekommen. Die Infoladen Gruppe vom Autonomen Zentrum KTS hat uns mit einem Essen willkommen geheißen und uns im Anschluss ihr Projekt und Zentrum vorgestellt.
Am folgenden Morgen, dem 1.8., welcher auch der Nationalfeiertag in der Schweiz war, sind wir nach Weil am Rhein, an der Grenze zu Basel gefahren und haben uns mit Aktivist_innen von der Schweizer Seite getroffen. Wir haben uns an einer grünen Stelle nahe dem Impulsiv Freizeitcenter in der Baslerstraße versammelt. Hier haben wir unsere Banner aufgehangen, Musik gespielt und nach einer Stunde den 500 Meter langen Weg in Richtung Grenze gestartet. Begleitet von der Demo-Samba-Gruppe „Rhytms of Resistance“, die uns mit Musik und Slogans unterstützt haben, sind wir gemeinsam singend und rufend zur Grenze gelaufen. Als wir bei der Grenze ankamen, haben uns aus Solidarität mit unsere Aktion schon ein paar Flüchtlinge von der Schweizer Seite dort gestanden.
Nach unserer Ankunft in München gegen 14 Uhr, hat FLIT (FrauenLesbenInterTrans) Solidarity Africa uns das Programm vorgestellt und nach dem Essen sind wir ins Bellevue gefahren. Dort präsentierten sie uns ihre Arbeit durch Tanz und ein Gespräch, welches in einer offenen Diskussion endete. Afterwards, we had dinner and went to the sleeping places organized by Alarm phone.
Am nachfolgenden Tag sind die meisten von uns nach Erding zu einer Pressekonferenz gefahren, die vor dem Stadtgericht stattfand. Am Ende der Pressekonferenz haben wir eine kleine „stop deportation“ Demonstration rund um das Abschiebegefängnis und das Gericht gemacht, die auf dem gleichen Gelände liegen.
Im LiZE ZEntrum in Regensburg wurden wir zunächst herzlich willkommen geheißen und nach dem Essen und Entspannung, haben wir gegen 16Uhr den, wie von der Regensburger Gruppe definierten „Lager walk“ / Lager- Rundgang begonnen.
In der Stadt Regensburg gibt es viele Lager, aber fünf davon sind nah beieinander. Zwei davon sind „Ankunfts-“ und „Transitzentren“, die ab dem 1. August 2018 dann in „AnKER“ Zentren umgewandelt werden.
Wir haben unseren Rundgang am BAMF Gebäude gestartet und sind dann lautstark rufend zum nahe gelegensten Lager gegangen, welches Ankunftslager genannt wird und auf dem ehemaligen Militärgelande der Bajuwarenkaserne liegt.
Von außen hielten wir eine kleine Kundgebung ab und manche Flüchtlinge von drinnen haben sich uns angeschlossen und durch die Lautsprecher auch ihren Stress und Ärger über das System, welches sie wie Gefangene hält, heraus gelassen, obwohl ihr einziges Verbrechen ist, dass sie Asyl in Deutschland suchen..
Am 25.07. abends kamen wir in Nürnberg an. Nach dem Essen fuhren wir zu unseren Schlafplätzen.
Bamberg: Am nächsten Tag verließen wir Nürnberg gegen 10:30 Uhr Richtung Bamberg. Wir besuchten, was eine der Bewohnerinnen als verlassenes Dorf bezeichnete. Diese Beschreibung verweist auf mehrere Aspekte. Eine ist die staatliche Isolation dieses riesigen Camps. Der Andere ist, was innen drin passiert und die Gefühle der Menschen, die dort leben. Es ist eine Mischung aus Angst, Depression, Stress und das Gefühl, dass es niemanden berührt. Diese Mischung ist die psychische Mauer gegen die Geflüchteten in diesem riesigen AOE Lager. Wir haben dies am Eingang gefühlt, als uns die Security sagten, wir sollten dicht bei einander stehen, so dass sie unsere Identitäten sortieren können.
Wir sprachen und luden viele Frauen zu dem Empowerment Workshop ein, den wir außerhalb des Camps in einem solidarischen Café gaben. Ungefähr 20 Frauen aus dem Camp nahmen an dem Workshop teil, in dem wir über verschiedene Themen sprachen. Eine erzählte in der Diskussion, dass sie keine Informationen bekämen, verloren seien und in diesem verlassenen Dorf verzweifelten. Nach dem Workshop luden wir sie zur Kundgebung vor dem BAMF am nächsten Tag ein.
Das offizielle Programm begann 10:30 Uhr statt 10:00 Uhr, denn wir wollten auf die Frauen aus Halle und Magdeburg warten. Parallel gab es zwei Workshops: Einen allein für geflüchtete Frauen* und der andere für Friends* und Supporter*innen.
Der Workshop für die geflüchteten Frauen* war der Empowerment Workshop „Von persönlichen Problemen zu politischem Aktivismus“. 45 Frauen* besuchten ihn, sprachen von ihren alltäglichen Erfahrungen von institutionellen und persönlichen Rassismus, aufgrund der Farbe ihrer Haut oder ihrer Kleidung. Eine Frau gab ein Beispiel: Ihr vierjähriges Kind wurde in der Kita von einem anderen Kind angegriffen. Doch das Personal versuchte noch nicht einmal den anderen Kindern zu zeigen, dass ihr rassistisches Handeln falsch war. Stattdessen sagten sie der Mutter, dass ihr Kind lernen solle sich selbst zu verteidigen.
Anschließend teilten die Frauen ihre akuten Probleme und Auswege aus diesen. Gemeinsam analysierten wir die Auswege, um langfristige Lösungen zu finden, so dass nicht jede* aufs Neue durch so viel Schmerz und Leid gehen muss.
Der erste Tag der Women* Breaking Borders Tour 2018 machte trotz Hitze Spaß. In Magdeburg stieß eine Gruppe von fünf Frauen und vier Kindern aus Hamburg dazu. Die Auftaktaktion beim Alten Markt in Magdeburg war erfolgreich: Singende und Slogans rufende Frauen* – so laut sie* konnten, denn das Mikrophone war ausgefallen. Die Frauen* hielten spontan kurze Reden. Eine* erzählte, dass sie* die Bustour mit ihren* Kindern macht, weil sie* möchte, dass diese eine andere Atmosphäre erleben. Desweiteren forderte sie „die Regierung auf, Abschiebungen besonders nach Afghanistan zu beenden!“. Auch sprach sie darüber, wie gut es sich anfühlte ihre Gedanken öffentlich auszusprechen. Anschließend fragte sie, ob es möglich sei an unseren Veranstaltungen teilzuhaben.
Montag 23.7.18 – Einladung zum Start der bundesweiten Aktionstour von Women in Exile und zur Pressekonferenz in Potsdam Um 9:30, Rudolf-Breitscheid-Straße 164, 14482 Potsdam.
40 Frauen und Kinder auf Tour für die Rechte von geflüchteten Frauen und Kindern Stationen in „Seehofers“ Bayern: gegen Anker-Zentren und brutale Abschiebungen
Vom 23.-07.-05.08.2018 machen sich Flüchtlingsfrauen aus ganz Deutschland auf den Weg, um sich zu vernetzen und laut zu werden gegen Rassismus und diskriminierende Asylgesetze. Die Initiative „Women in Exile“ wurde 2002 von Flüchtlingsfrauen in Brandenburg gestartet und kämpft für die Rechte von geflüchteten Frauen und Kindern. Es ist bereits ihre dritte bundesweite Tour. „Dieses Jahr haben wir uns entschieden, speziell in den Süden zu fahren, da die Situation für Flüchtlinge dort besonders schlimm ist und Bayern ja schließlich das „Heimat“-Land des Neuen „Heimat“- Ministers Seehofer ist. Spezielle Abschiebelager, ANKER-Zentren, brutalste Abschiebungen, Kriminalisierung von Flüchtlingen und Menschen, die Flüchtlingen helfen, werden dort ausprobiert und dann bundesweit implementiert“, sagt Elizabeth Ngari, Gründungsmitglied von Women in Exile.
Für unsere bundesweite Bustour , die nächsten Montag, den 23.7. um 10 Uhr in Potsdam startet, stehen wir aufgrund der hohen Anzahl von Frauen und Kindern, die mitkommen wollen, in letzter Minute vor einer Herausforderung.
Am Anfang war die Idee, mit den politisch aktiven Frauen und deren Kindern auf Tour zu sein, daher haben wir zwei Kleinbusse von Berlin/Brandenburg einkalkuliert.
In den letzten Wochen haben uns jedoch einige Anfragen von Frauen erreicht, die unbedingt mit ihren Kindern auf die Tour kommen wollen. Die meisten der Frauen wollen:
dem monotonen Alltag des Lagers entkommen – in Kontakt mit anderen Frauen kommen und sich über ihre Erlebnisse austauschen
den Kopf vom alltäglichen Stress befreien
dass ihre Kinder ein anderes Umfeld kennen lernen, besonders in den langen Sommerferien.
Diese von Herzen kommenden Erklärungen von Flüchtlingsfrauen in Berlin und Brandenburg, bedeuten für Women in Exile, sowie die gastgebenden Städte zusätzliche organisatorische sowie finanzielle Anstrengungen. Um unsere Bustour mit Erfolg zu bestreiten, brauchen wir dringend finanzielle und solidarische Unterstützung in folgenden Punkten:
– Einen weiteren Kleinbus oder Geld um einen weiteren Kleinbus zu mieten. Da das wahrscheinlich nicht ausreichend ist, werden einige Frauen auch andere Transportmittel wie den Zug nutzen.
Geld für Essen und alternative günstige Schlafmöglichkeiten
Schlafsäcke (für alle die in der Region Berlin/Brandenburg wohnen)
solidarische Fahrer*innen (besonders ab München, ab dem 31.7.)
Am 20. Juni, dem Weltflüchtlingstag haben sich Women in Exile and Friends, zusammen mit Refugee Emancipation dazu entschlossen, anstatt sich in einem Sitzungssaal zu versammeln, eine solidarische Kundgebung vor dem Lager in Wünsdorf, in Brandenburg zu machen. Wir wurden von einigen Anwohner_innen aus Zossen unterstützt, die uns, passend zum heißen Wetter, frische Kirschen aus dem Garten mitgebracht haben.
Da dies die erste Kundgebung in diesem Lager war, haben sie das Tor verschlossen und Besucher_innen wurde der Zutritt nicht erlaubt. Mitarbeiter_innen standen am Eingang mit Security und Polizei zusammen. Die Security verwehrte uns den Zutritt zum Lager mit der Begründung, dass heute von 10-17 Uhr kein Besuch erlaubt sei. Als wir nach dem Grund fragten, sagten sie, dass es eine “Anordnung der Regierung sei”. Als wir nachhakten war die Antwort, dass die Anordnung vom BAMF in Eisenhüttenstadt kam. Dies hat viele dort lebende Flüchtlinge eingeschüchtert, sodass sie anstatt raus zur Kundgebung zu kommen, sich hinter verschlossenen Türen aus Angst vor Abschiebung versteckt hielten.
Dieses Lager ist bekannt für brutale Polizei-Einsätze um Abschiebungen zu erzwingen, was meist mitten in der Nacht geschieht. Die wenigen, die zur Demo kamen, erzählten uns, dass die restlichen verängstigt seien, weil sie dachten, dass die Polizei vor Ort sei, um Abschiebungen durchzuführen.
Am 2. Juli 2018 stattete der Bayerische Staatsminister des Innern und gegen Integration Joachim Herrmann unserem Camp einen Besuch ab. Jedoch: Mit uns sprach niemand. Spontaner Sitzprotest gegen rassistische Ignoranz folgte.
Regensburg. Nach dem Besuch der Erstaufnahmeeinrichtung in der ehemaligen Bajuwarenkaserne kam Minister Herrmann in unser Camp, welches die mit Stacheldraht umzäunte frühere Pionierkaserne in der Zeißstraße ist. Deutschen ist unser Camp bekannt als „Transitzentrum“, manche nennen es auch „Abschiebelager“, da regelmäßig Geflüchtete mit Gewalt von hier fortgebracht werden. Bald wird es wieder einmal umbenannt: in „AnKER-Zentrum“.
Die Lebensbedingungen in unserem Camp sind schlimmer als in anderen Gemeinschaftsunterkünften. Die alltägliche Zermürbung hat zahlreiche Facetten. Ohne auf die Details eingehen zu wollen, sagen wir nur so viel: Wer wissen möchte, was hier vor sich geht, sollte es bereits wissen, denn die Zustände sind kein Geheimnis.
Als Herrmann samt Entourage in zehn schwarzen BMW und Polizeibegleitung in den Hof des Camps fuhr, erwarteten wir ein Gesprächsgesuch seinerseits, welches wir auf Augenhöhe durchgeführt hätten. Allerdings hat er vergessen, dass wir die Bewohnenden des Camps sind, denn er hat vergessen, wer wir sind:
Menschen, nicht zu verwaltende Zahlen, die am Ende gegen Null gehen sollen.
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