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07.04.2020
– Erster Jahrestag des
Verschwindens unserer Schwester Rita
Wir
fordern immer noch „Gerechtigkeit für Rita“!!!
Vor
einem Jahr, am 07.04.2019, wurde unsere Schwester Rita als vermisst
gemeldet. Ihre Leiche lag nur 200 Meter von ihrem Lager in
Hohenleipisch entfernt und dennoch hat die Polizei fast drei Monate
gebraucht um sie zu finden. Weitere sechs Monate hat die polizeiliche
Ermittlung gedauert, um den Mord an Rita zu bestätigen. Erst dann
wurde Ritas Leiche für ihre Beerdigung an ihre Familie übergeben.
Bis
heute gibt es keinerlei Informationen, was unserer Schwester zustoß.
Rita war erst 32 Jahre alt, hinterließ zwei kleine Kinder und musste
die letzten sieben Jahre ihres Lebens in dem Lager in Hohenleipisch
verbringen. In dieser Zeit beschwerte sie sich mehrmals bei der
Heimleitung über sexuelle Belästigung, jedoch wurden ihre
Beschwerden durchgehend ignoriert.
Während zahlreiche Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung zum Schutz vor dem Coronavirus verordnet werden, leben zehntausende Menschen in Berlin in Geflüchteten-, Wohnungslosen- und Obdachlosenunterkünften, auf engstem Raum in Mehrbettzimmern, mit Gemeinschaftsbädern und/oder Gemeinschafts-Küchen: Mindestens 30.000 Wohnungslose1 wurden von den Bezirksämtern nach dem ASOG in prekäre Unterkünfte oft ohne jede Sozialbetreuung und Qualitätsstandards eingewiesen, weitere 20.0002 leben in Sammelunterkünften des Landesamtes für Flüchtlingsangelegenheiten LAF mit bis zu 500 Bewohnern. Kontakt- und Abstandsverbote einzuhalten ist in dieser Situation unmöglich. Hinzu kommen mehrere tau-send obdachlos auf der Straße lebende Menschen, die sich so gut wie gar nicht vor dem Virus schützen können. Auf der anderen Seite stehen derzeit fast alle 150.000 Betten in den 800 Hotels und Beherbergungsbetrieben in Berlin leer,3 hinzu kommen zahlreiche Ferienwohnungen sowie monatsweise vermietete möblierte „Businessappartements“.
Wir fordern die umgehende Unterbringung aller Wohnungs- und Obdachlosen in Wohnungen und Ferien- oder Businessappartements und die Auflösung von Massenunterkünften, in denen der Infektions-Schutz nicht umsetzbar ist.
Unsere Forderungen:
Sicheres
und menschenwürdiges Wohnen statt Obdachlosigkeit und Sammellager –
Sofortmaßnahmen
Obdachlose Menschen gehören aufgrund der Lebensbedingungen auf der Straße gesundheitlich stets zu den sogenannten Risikogruppen, ihre Situation hat sich durch die Corona-Pandemie erheblich verschärft: Berliner Notübernachtungen haben einen Aufnahme stopp oder die Zahl ihrer Plätze reduziert. Tageseinrichtungen für Wohnungslose schließen. Die Versorgung mit Lebensmitteln wird teilweise auf die Straße verlagert, die vorhandene Angebotsstruktur zerbröckelt. Für Menschen auf der Straße ist das eine enorme körperliche und psychische Belastung. Die kürzlich an zwei Standorten in Berlin geschaffenen 350 Plätze für obdachlose Menschen reichen für die vor Kurzem gezählten 2000 in Berlin sichtbar auf der Straße lebenden Menschen bei weitem nicht aus. In den Notquartieren der Kältehilfe kann sich das Coronavirus schnell ausbreiten – sie sind eine Gefahr für die Betroffenen und alle anderen.
In Unterkünften für Wohnungslose und für Geflüchtete leben viele Menschen mit schweren Vorerkrankungen, ältere Menschen und Schwangere sowie Familien mit Kindern. Fremde Personen müssen sich ein Zimmer teilen. In Unterkünften mit gemeinschaftlichen Sanitäranlagen und Küchen ist die notwendige Hygiene und die Einhaltung von Abstandsregeln nicht möglich und die Ansteckungsgefahr erheblich.
Es
war eine Frage der Zeit und nicht ob das Coronavirus auch in
Brandenburg den Weg in die Lager finden würde. Es wurden getrennte
Container in den Lager aufgestellt und einige der Flüchtlinge wurden
unter Quarantäne gestellt. Die ersten drei Fälle der Flüchtlinge,
die in Doberlug-Kirchhain unter Quarantäne gestellt wurden, sind
inzwischen positiv getestet worden. Die Flüchtlinge leben jetzt in
Angst und Furcht um ihr Leben. Denn ihnen ist bewusst, dass sie nur
wenig tun können, um zu verhindern, dass sie an Covid-19 erkranken.
Bisher
sollen sie Masken tragen, jeder hat nur eine bekommen, weil sie im
Moment nicht mehr haben. Sie dürfen immer noch in die Stadt gehen,
wenn nötig, aber nur in einer Gruppe von zwei Personen. Sie wurden
vor einer Geldstrafe gewarnt, wenn die Polizei feststellt, dass sie
gegen das Gesetz über die soziale Distanz von 1,5 m verstoßen. Das
Lager wird noch nicht als Ganzes unter Quarantäne gestellt, es sei
denn, dass viele Flüchtlinge im Lager positiv getestet werden.
Organisationen,
die mit Flüchtlingen arbeiten, fordern seit vielen Jahren die
Schließung der Lager, und die Forderungen wurden seit der Pandemie
verschärft. Pressemitteilungen verschiedener Organisationen in
Berlin und Brandenburg und deutschlandweit haben sich auf die
Schließung der Lager und die Verlegung der Flüchtlinge in
alternative Räume konzentriert. Nach dem Eindringen der Polizei in
das Lager in Suhl (Thüringen) war es für die Flüchtlinge
offensichtlich, dass keine Lösung gefunden werden konnte. Eine
räumliche Distanzanzierung ist durch die oft überfüllten Lager und
die gemeinsame Nutzung von Badezimmer, Toiletten und Küchen oder
Speisesäle nicht möglich.
Doberlug-Kirchhain
sollte sofort geschlossen werden! Alle Lager
schließen!!
Wir haben bereits darauf hingewiesen, dass es in den Lagern an Informationen in verschiedenen Sprachen mangelt. Nach dem Start unserer Video-Empowerment-Kampagne für Frauen, damit sie ihre Erfahrungen und die Situation, die sie im Moment durchleben, mitteilen können.
Es liegt auf der Hand, dass es unmöglich ist, die Regeln der „sozialen Distanzierung“ einzuhalten, da in den Lagern soziale Einrichtungen wie Badezimmer, Toiletten und Küchen-/Esszimmer gemeinsam genutzt werden. Wir werden diese Informationen regelmäßig mit Ihnen teilen.
Wir,
Women in Exile & Friends, werden uns gemeinsam mit den Frauen in
den Erstaufnahmen und Gemeinschaftsunterkünften über die
Corona-Krise austauschen, uns gegenseitig begleiten und empowern.
Dies tun wir digital.
Das möchten wir
tun:
Wir teilen in
Telefongesprächen unser Wissen über kostenfreie und leicht
zugängliche Möglichkeiten zu Videokonferenzen. Da es sehr oft kein
Wlan in den Zimmern gibt, werden wir für die mobilen Daten der
Frauen Geld benötigen.
Wir brechen die
Isolation durch Wissensaustausch. Die Frauen lebten in den Lagern
schon vor dem „social-distancing“ durch Corona in Isolation. Wir
wollen uns empowern solide Informationen, Transparenz und
Mitspracherechte von den Behörden einzufordern.
Wir tauschen uns
aus über präventive Maßnahmen zur Verhinderung oder Verlangsamung
der Verbreitung des Coronavirus. Auch wenn uns klar ist, dass dies
in überfüllten Lagern ein Ding der Unmöglichkeit ist. Das Problem
ist ein strukturelles und kann durch Händewaschen nicht gelöst
werden. Rassismus und Massenunterbringung ist das Problem und das
kann jetzt katastrophale Folgen haben.
Am
Samstag, den 07. März sind wir gemeinsam mit unserem Bündnis in
Potsdam auf die Straße gegangen, um den Internationalen
Frauen(kampf)tag mit dem Motto „wir kämpfen gemeinsam“ zu
feiern.
Die
Aktivitäten des Tages waren vielfach und bunt, so wie unser Bündnis
selbst. Wir hielten Reden, feierten und gedachten vergangenen
Frauen*, Heldinnen, die durch Femizide oder Rassismus gestorben sind.
Unsere Stimmen wurden laut durch die Ausrufe unserer Slogans, durch
Tanz und Gesang.
Nach
der Demonstration und der offiziellen Eröffnung unserer neuen
Räumlichkeiten am 08. März möchten wir das Thema des diesjährigen
Internationalen Frauentag „Generational Equality: Realisierung von
Frauen*rechten“ aufgreifen und auch persönlich reflektieren.
Am Sonntag, den 8. März, haben wir in der Hermannstr. 22 feierlich unseren neuen Raum eingeweiht.
Die Feier began um 18.00 Uhr und Um 19.00 Uhr wurde das Einlass-Band durchgeschnitten, um den neuen Raum gemeinsam zu betreten, was einfach wunderbar war. Es gab eine Begrüßungsrede und ein großer Dank an alle, die an der Renovierung des Raumes und an der Organisation der Feier teilgenommen haben.
Dieser Raum stellt eine große Errungenschaft für die Aktivitäten unserer Organisation dar.
Die
Einweihung wurde durch die Anwesenheit von Aktivistinnen, Frauen
verschiedener Religionen, Freundinnen, Nachbarinnen und geflüchteten
Frauen* aus verschiedenen Landkreisen von Berlin-Brandenburg
hervorgehoben. Dieser neue Raum wurde in unserer Gruppe sehr
willkommen geheißen. Er
steht Flüchtlingsfrauen* aus Berlin-ndeBranburg sowie ihren Kindern
als Treffpunkt und Lernraum offen.
Wir
werden diesen Raum für unsere verschiedenen Treffen nutzen, interne
als auch externe mit anderen Gruppen aus unserem anti-rassistischen
und feministischen Netzwerk.
Die Geschichte des internationalen Frauentags wird in
den verschiedenen Regionen aus unterschiedlichen Gründen gefeiert. Aus diesem
Grund werden wir von Women in Exile and Friends auch dieses Jahr, wie jedes
Jahr, mit anderen feministischen Gruppen die Straßen zurückerobern, weil wir
viele sind, stark sind und zusammen kämpfen.
Wir schließen uns den Frauen, Lesben, Inter*, Trans*
und nichtbinären Menschen auf der ganzen Welt an, gehen auf die Straße und kämpfen
für unsere Rechte gegen alle Arten von Diskriminierung und Gewalt.
Wir leben in einer patriarchalischen Gesellschaft mit
einer von Männern dominierten Struktur, in der Frauen sozial und politisch
diskriminiert werden. Wir rufen an diesem Tag neben den Frauen auch
feministische und solidarische Männer zur Teilnahme auf. Gemeinsam werden wir
die Welt zu einem besseren Ort machen.
Zu unserer Demonstration am 07.03.2020 anlässlich des
Internationalen Frauen* Tag laden wir Sie herzlich nach Potsdam ein. Der
Treffpunkt ist um 13.30 Uhr am Hbf Potsdam Nord / Babelsbergerstr. – von dort
laufen wir über das Filmmuseum, Luisenplatz, Nauener Tor bis zum Platz der
Einheit.
Wir von Women in Exile and Friends, werden am Samstag, den
7.3.2020 zusammen mit einem großen feministischen Bündnis unter dem Motto „We
fight together“ in Potsdam auf die Straße gehen.
Wir sind viele und kämpfen zusammen: wir sind
Flüchtlingsfrauen*, Schwarze Frauen* und Women* of Colour, Lesben, Inter*,
Trans* und nichtbinäre Menschen und nutzen den Internationalen Frauen*Tag als
Anlass um auf die Straße zu gehen und für unsere Rechte und gegen alle Arten
von Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen* zu kämpfen.
Wir werden auch laut gegen all die Ungerechtigkeiten,
unmenschliche Behandlung und die physische Gewalt gegen Flüchtlinge, besonders
Frauen* und Kinder an der türkisch-griechischen Grenze, während die
Politiker_innen von beiden Seiten nur von Deals und Geld reden.
Women in Exile e.V. sucht Fördermitgliedschaften!
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